Archiv der Kategorie 'Memoiren einer Eintagsfliege'

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In der Küche ist, wie in allen Künsten…

liebes tagebuch. heute wurde es wieder äußerst nahrhaft. es gab huhn, fisch, rinderhacksteaks, dazu gebäck, kartoffeln, salat und ausgefallene soßen. zum trinken wurde eine boisson gazeuse sucrée gereicht. das ambiente war zwar primitiv-spartanisch auf leute zugeschnitten, die kultur für ein deo halten, die schreienden kinder in der hüpfburg lenkten jedoch davon ab, sich weiter daran zu stören. alles in allem ein erlebniss der exotischeren art, inklusive des daraus resultierenden klumpenmetabolismus, doch einmal im jahr durchaus vertretbar. 2009 probiere ich vielleicht mal das hausgemachte tiramisu.

Easter Egg

die zeit rast dahin. gefühlt, haben diverse tage gar nicht erst stattgefunden. es war vergangener montag, als wir uns im kino „die fälscher“ angesehen haben (den ich übrigens persönlich ohne auch nur ein geringes „wenn/aber“ wärmstens empfehlen kann) , während es mir heute schon so vorkommt, als sei dies bereits mehrere wochen her. dazwischen zickt das arbeitsleben – es ist durchaus als merkwürdigkeit abzutun, wenn ein teil der wichtigkeiten daraus besteht, negative schlagzeilen über den eigenen arbeitgeber herauszufischen, die sich meist um hintenrum versenkte millionenbeträge drehen, um am ende eine gegenstrategie zu entwickeln und ein positiveres bild des unternehmens zu kreieren. „stroh zu gold spinnen“ wäre da noch eine denkbar lösbarere aufgabe…
ich behandle solche aufgaben meist mit einer mehr als gesunden prise ignoranz, vermengt mit zielsicherem eigennutz – wenn der vorstand meint, sich halblegal bereichern zu müßen, werde ich es kaum zu meiner chefsache erklären, deren dreck aufzuräumen – außer, man läßt mich mitmachen. „loyalität“ kann ein äußerst frei definierbarer zustand sein.

um allerdings und trotz der ignoranz nicht gänzlich des irrsinns wegen durchzudrehen, packt man sich nach feierabend in den nächstgelegenen technikmarkt und kauft mehr oder weniger wahllos dvds ein. die neue collectors edition von „dracula“ beispielsweise, den ich immer noch für ein seltenst-grandioses meisterwerk halte, „cabin fever“, den ich peinlicherweise immer noch nicht gesehen habe, oder eine „hellboy“-doppel-bonus-hastunichgesehen-dvd, wobei das bloß ein bruchteil dessen wäre, was so alles durch kraft meiner hände aus den fängen der elektronikriesen ins heimische regal gerettet wurde. denn, es ist schließlich ostern – und während so manche fanatiker hungern, eier suchen/essen, oder sonstigen kreuzigungsquatsch betreiben, kann man sich ruhig ein paar filme anschauen. und/oder so.

Einer der ältesten archäologisch belegten Mäntel ist der fünftausend Jahre alte Grasmantel der Gletscherleiche Ötzi

ich habe versucht das dilemma anhand von fotos darzustellen. ich bin gescheitert. man erkennt nichts, außer den verwirrten autor dieser zeilen, der irgendwas tut. irgendwas bescheuertes. gut, ist nichts schlimmes dran, denn ich glaube, man erwartet das so von mir, also, daß ich irgendwas tue, oder schreibe, wozu man eigentlich bloß den kopf schütteln kann, bloß geht es aber diesmal nicht um mord, beruf, oder zombies, sondern um ein dilemma, welches schon fast auf dem themenniveau eines hausfrauenblogs schwebt. ich habe nämlich einen mantel, der mir zu groß ist. und um genauer zu sein: ich habe einen nagelneuen mantel aus kaschmirwolle, der mir viel zu groß ist. von der länge her, ist er eigentlich richtig, bloß vom umfang her, müßte ich theoretisch zwei ganze schweine am stück verschlucken, damit ich zugegnüpft nicht den eindruck mache, als hätte ich mit meinem körper platz in einem sack genommen. in einem leichensack, in übergröße. und nun? naja, die meisten würden jetzt wohl irgendwas von ebay faseln, doch dazu sage ich bloß – näh, dieser e-ramschladen ist mir in etwa so unsympathisch, wie maden im käse. auch sonstige handelsplätze wie kleinanzeigenblättchen, oder flohmärkte wirken auf mich wie hunde auf katzen, zudem wäre das auch viel zu schade, so einen guten mantel irgendwo zwischen gebrauchten zanbürsten und rostigen plattenspielern aufzuführen.
was bleibt? verschenken? wäre eine überlegung wert, doch ganz gleich ob verkaufen, oder verschenken, käme an dieser stelle ein weiteres problem ins spiel, und zwar meine unzuverläßigkeit bezüglich der verschickung von postpäckchen. ganz milde formuliert – würde unser aller dasein davon abhängen, daß ich mich aufs postamt begeben muß, würde es die menschliche rasse ab da nicht mehr geben.
es ist und bleibt ein dilemma. denn am ende, da fallen mir dann doch bloß zwei sachen für das gute stück ein. die erste wäre, ihn luftdicht wegzupacken und abzuwarten bis ich in die europäische größe 56 hineinwachse, was durchaus bei etwas mehr disziplin bei der häufigkeit meiner mahlzeiten, und angesichts der qualitativ hochwertigen kochkünste meiner liebsten durchaus machbar wäre. ein restrisiko ist dabei aber - wie ich mein glück kenne - daß bis dahin herrenmäntel so was von nicht angesagt sind, und nur noch aluminiumklamotten getragen werden.
und die zweite? ich könnte ihn ja vergraben. irgendwo, vielleicht am schloß schönbrunn. nur so, aus spaß. wer weiß, vielleicht wird er dann irgendwann ausgegraben und zwei/drei archäologen haben wenigstens eine zeitlang damit zu tun, sich zu fragen, warum es aluminiumfreie kleidung gegeben hat…

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Jeden Tag eine schlechte Tat?

auf dem weg ins büro schneit es. ich finde das ärgerlich. ebenfalls ärgerlich finde ich das verhalten der autofahrerin vor mir, die plötzlich und ohne blinker meine spur schneidet, so daß es ohne einer ungeheuerlich schnellen reaktion meinerseits, sicherlich zum unfall gekommen wäre. mein hupen und fluchen wird bloß mit einer winkenden hand abgesegnet. kurz überlege ich ihr nachzufahren, um mit ihrem kopf fußball zu spielen, erblicke aber gleichzeitig eine blinde person, die sichtlich orientierungstechnisch überfordert ist, angesichts eines sehr breiten fußgängerweges und tausender autos, die unbeschreiblichen lärm veranstalten. kurzerhand schalte ich den warnblinker an und helfe über die straße. man bedankt sich herzlich, während ich mich in meinem tiefsten inneren frage, wie diese person wohl ihr ziel unverletzt erreichen will, führt der eingeschlagene weg doch bloß in eine noch viel hektischere gegend. dieser gedanke beschäftigt mich allerdings nicht lange, da ich eh bevorzugt fremde menschen ignoriere und zudem pfadfinder schon als kind aus bestimmten gründen nicht mochte.

im büro ärgere ich mich, keinen mp3-player mitgenommen zu haben - die telefonanlage ist abgeschaltet und vier handwerker veranstalten einen lärm, wie fünf durchgeknallte schlagzeuger mit schüttelfrost. ich überlege lange und gründlich, ob ich sie nicht in diesem loch deponieren soll, welches sie in die wand geschlagen haben, was man mir aber wohl ansehen muß, denn sie wirken nicht gerade freundlich auf mich, so ändere ich den plan schlagartig und verlasse vorzeitig die arbeitsstätte, um nicht zufällig selbst einbetoniert zu werden. man weiß schließlich nie, was so in den köpfen der leute vor sich geht.

schon fast draußen, helfe ich noch einem älteren herren im maßanzug seine dokumente aufzusammeln, die er mitsammt aktentasche hat fallen lassen, und ernte ein weiteres und durchaus freundliches danke, dazu von der empfangsdame diverse werbetütchen haribo.

und nun ist gut. zuviel menschlichkeit ermüdet nämlich. ich glaube, ich gehe jetzt einfach als kontrast unfreundlich und mit kritischen augen einkaufen. ja, so soll es sein…

Let me doctor, I am!

ich wußte ja bislang noch garnicht, daß google einen übersetzungsdienst parat hält (solche dinge gehen meist vollkommen spurlos an mir vorüber), und ich muß sagen, wenn einem etwas langweilig ist, dann kann diese angelegenheit durchaus für ein wenig erheiterung zwischendurch sorgen.

hier der auszug eines alten eintrages:

„09:47h. termin. der kunde ist einer von der sorte, die alte werte noch zu schätzen weiß. zumindest nach außen hin. sobald man mit diesen alten säcken nämlich alleine ist, versuchen sie einen schmutzigen witz nach dem anderen zu bringen, bemerken dabei aber leider nicht, daß es mich a) nicht interessiert und b) sie stinklangweilig sind. kurz stelle ich mir seinen kopf auf einem salatteller vor, mit möhren in den ohren und petersilie in der nase. das mildert meine mentalen schmerzen ein wenig. leider bloß temporär.“

und seine übersetzung:

“09:47 h. Appointment. The customer is one of the type, the old values still appreciate. At least outwardly. Once you with these old sacks fact alone, try a dirty witz after another to bring notice but unfortunately not that I am a) is not interested and b) they stinklangweilig. Shortly I imagine his head on a salatteller, with möhren in the ear and parsley in the nose. This alleviates my mental pain a little. Unfortunately, only temporary.”

nochmal?

teil eines alten eintrages:

„heute ist es soweit, tausende in schwarz gekleidete hinterdorf teufelsanbeter rennen zum standesamt, um die gunst der stunde und das datum des tages zu nutzen: die drei sechsen eben.
sie sind verblendet, wahlweise sieht die hässliche schlampe mit dem werkzeugkasten im gesicht nicht ein, daß ihr angebeteter dumm und arbeitslos ist, zudem ein ungepflegter alkoholiker, er wiederum merkt nicht, daß er eben die hässlichste schlampe der gegend erwischt hat, mit pickeln am hintern, schlechtem allgemeinodeur und einer leichten tendenz zur hysterie.
nein, alles ist echt geil evil!

nach den ausgesprochenen “ja” worten, werden erstmal die totenkopfringe getauscht, dann noch ein feuchter und aufgrund der piercings klimpernder zugenkuß vollbracht und schon muß man auch schnell weiter, zum tattoo-willy, wegen der einstechung der jeweiligen namen auf der brust, direkt neben den selbst eingeritzen narben, die während eines geheimen rituals auf dem dorffriedhof entstanden, nach viel zu viel dosenbier. daheim wird dann spontan gleich auf dem teppich gefickt, um einen möglichen antichristen zu zeugen, oder zumindest einen maler-gesellen, es ist eigentlich ganz gleich, hauptsache ficken und dabei laute musik hören!

später trennt man sich dann, meist mit hilfe der örtlichen polizei und der nachbarschaft, mit blauen flecken und viel geschrei, vielleicht sogar treffenderweise oder spätestens am siebten juli 2007, inklusive körperverletzungs- und unterhaltsklagen. solche abenteuer würde nicht einmal indiana jones meistern können.“

und die übersetzung:

“Today, it is so far, thousands dressed in black hinterdorf teufelsanbeter racing to standesamt to gunst the date and the hour of the day to use the three sechsen flat.
They are blinded, either sees the ugly schlampe with werkzeugkasten not in the face, that her angebeteter stupid and unemployed is also a ungepflegter alkoholiker, he remembers not turn that he is the ugliest schlampe the area has caught with pickeln on hintern , and bad allgemeinodeur a slight tendency to hysterie.
No, everything is terrific evil!

Issued after the “yes” Words are exchanged totenkopfringe the first, then still a moist and the piercings klimpernder zugenkuß already done and we must continue quickly, tattoo-willy, einstechung because of the name on the chest, right next to even the eingeritzen narben, during a secret rituals in the dorffriedhof emerged, after much too much dosenbier. Back then spontaneously on the same carpet fucked for a possible antichristen to testify, or at least a painter-compounded, it is actually quite the same, hauptsache fuck and heard loud music!

Later separates you then, usually with the help of local police and the nachbarschaft, with blue stains and much geschrei, perhaps even treffenderweise or at the latest on the seventh july 2007, including körperverletzungs and unterhaltsklagen. Such adventure would not even indiana jones master.“

funny, gell? just as impractical as a hose from wood …

Close to Twin Tower

es ist ein neues büro. die fensterflächen sind groß, es ist hell und gleichzeitig irgendwie kalt, obwohl das nicht automatisch heißen soll, es wirkte unsympathisch auf mich. meine schreibtischkombination bietet mehr platz, als ich mir vorstellen kann zu gebrauchen, obwohl es mir schon oft so ergangen ist, und ich es dann trotzdem schaffte alles so vollzustellen, daß ich trotz gefühlten 10 qm platz, keine ablagemöglichkeit fürs notizbuch mehr fand. nicht, daß ich schlampig und chaotisch wäre, nein, ich bin bloß sowas wie ein büroartikelsammler. vorausgesetzt diese sehen gut aus.

mein arbeitskollege und abteilungspartner wirkt auf den ersten blick bedrohlich. er ist sicher zwei meter groß und optisch geschätzt wohl ca. 40 kg schwerer als ich. da ich aber nicht vorhabe mit ihm einen fight club zu gründen, sollte das auch ziemlich egal sein. nicht egal ist allerdings, daß ich bloß 35% von dem verstehe, was er in seinem angeborenen wienerisch so vor sich hin redet. die eine mögliche lösung dieses dilemmas wäre ihm unter androhung von starken körperlichen schmerzen das hochdeutsch anzubieten, was ich allerdings lieber vermeiden möchte, angesichts seines bereits erwähnten körperbaus, zudem muß ich ganz ehrlich eingestehen, daß er äußerst sympathisch auf mich wirkt, trotz meiner ausgeprägten menschenfeindlichkeit im berufsalltag. die zweite möglichkeit wäre dann wohl, ihn und sein gerede gänzlich zu ignorieren, was allerdings auch eine zutiefst schlechte idee sein dürfte, bilden wir doch als abteilung die kommunikationszentrale. ich würde dann quasi zu sowas wie don quichotte und windmühle in einer person mutieren, und das klingt schon so bizarr, daß ich es lieber doch gar nicht erst ausprobieren möchte. bliebe also am ende noch die dritte möglichkeit, und zwar, daß ich schleunigst mein wienerisch auf vordermann bringe. auch wenn ich es nicht kommen sehe, je so piefchinesisch zu sprechen.

aber, wozu mache ich mir überhaupt gedanken? deshalb geht man doch nicht ins büro…

wienerberg01.jpg

 

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