angesichts der schmerzen, die er nun erleben darf, wüncht er sich, er hätte nie den zahnarzt ignoriert. und er wünscht es sich überhaupt, sein leben wäre anders verlaufen, oder wenigstens weit weg von hier und jetzt. wobei das vermuttlich alle tun, deren dasein innerhalb von wenigen sekunden unerwartet umgekrempelt wurde. und jetzt liegt er da, die hände dort hineingepresst, wo früher ein gesicht war, wimmernd, zitternd. fast bemitleidenswert. dabei hätte er seine untere gesichtshälfte mitsammt des unterkiefers noch, wenn er sich mir gegenüber nicht so blöd benommen hätte. ich war ja bloß ein paar kleinigkeiten besorgen und meine laune war auch nicht gerade die schlechteste, eher teilnahmslos bis belustigt. und ich habe mir auch nichts gedacht, als ich ihn am vormittag mit der bierdose vor dem supermarkt erblickt habe. aber als er mir dann seinen stinkenden und zähflüssigen mundsekret vor die füße spuckte, und mich gleich im anschluß auch noch dämlich angrinste, als ob das eine wahnsinnig erfolgreiche leistung seiner randgruppierten wenigkeit gewesen wäre, da wurde ich doch leicht ungehalten. erst habe ich spontan überlegt seine schädeldecke zu öffnen und ihm joghurt in den kopf zu schütten, diese idee verwarf ich allerdings gleich, da mir mein joghurt dafür zu schade gewesen wäre. es mag komisch klingen, aber ich bestehe darauf täglich einen joghurt zu mir zu nehmen. mit vorliebe landliebe, unbedingt mit kirschen. also legte ich kurz die packung küchenpapier auf seite und riss ihm zweimal kräftig am unterkiefer, bis ich ihn zusammen mit hautfetzen in der hand hielt. als er hinfiel, hörte es sich ein wenig so an, als ob jemandem ein glitschiger fisch aus den händen gleiten würde. nun, er hätte sein unsoziales verhalten nicht in meiner nähe praktizieren sollen, dann wäre das gesicht noch vollständig, auch wenn es am stück nicht sonderlich hübsch anzuschauen war, immerhin hätte es die funktionalität bewahrt. stattdessen liegt dieses stück gesicht aber jetzt hier im kühlschrank. wobei das eher eine schlechte idee sein dürfte, denn j. wird am abend sicherlich nicht erfreut sein, sowas dort vorzufinden, vorallem weil es ein wenig tropft. wobei mir gerade einfällt – ich habe die küchenrollen dort liegen lassen. so ein mist…
…
Nachher sind sie immer schlauer. So ist das mit diesen Typen nunmal. Gerade noch cool und frech, kurz darauf wimmernd und mit dem lieben Gott hadernd. Ich kenne das ja, meine komische Kollegin rollt auch dauernd mit den Augen. Reden kann sie nicht mehr, so mit apper Zunge und herausgerissenen Stimmbändern.
Dabei müßte sie doch am besten verstehen, daß das alles ihre Schuld war.
Ach Sie waren das, Herr Ad? Und ich hatte nacher wieder die Reste in den Rädern des Einkaufswagens. Das blockiert dann immer so.
Die Küchenrollen können Sie bei mir abholen.
gp: nun, diese thematik zieht sich wie ein roter faden durch die periode unseres daseins, gell? ich sag ja auch immer “augen auf!”, aber sie tuns nicht. das anschließende gejammer ist dann aber groß…
pathologe: das ist aber nett! ich hoffe unbenutzt?
Es gibt ja so eine Prämisse, immer so zu handeln, daß der andere nicht das Gesicht verl…
ach, vergiß es. ;-)
gabs da nicht auch etwas wie “ein jeder ist seines gesichtes schmied”? oder habe ich das gerade erfunden? ;-)
Die wenigen Spritzer sind außen auf der Folie, die kann man abwischen.
Und der Spruch heißt: Gesicht oder kein Gesicht, das ist hier die Frage!
jemand sagte mal “jeder hat hundert gesichter” - dann kann auch ruhig mal eins kaputt
gehen.